Mit dem Digital Services Act wurde die Regulierung von Online-Diensten über Landesgrenzen hinweg im letzten Jahr auf ein neues Niveau gehoben, und Regulierungsdebatten von Australien bis Frankreich beeinflussen nationale Diskurse.
Die Herausforderungen im Jugendmedienschutz sind global, die Lösungen müssen jedoch auch nationale Besonderheiten berücksichtigen. Die FSM zeigt, wie durch internationale Vernetzung und nationale Verankerung ein effektiver Schutz junger Menschen im digitalen Raum realisiert werden kann. Globale Zusammenarbeit ist dabei keine Option, sondern eine Voraussetzung für wirksamen Jugendmedienschutz.
GRENZENLOS VERBUNDEN: Wirksame Kooperationen im Jugendmedienschutz gehen über Landesgrenzen hinweg.

Internationale Netzwerke als Fundament
Der globale Austausch von Best Practices fördert die Entwicklung gemeinsamer Standards im Jugendmedienschutz – die FSM bringt sich vielfältig ein. Durch ihre Mitgliedschaften in weltweiten Netzwerken, die Teilnahme an internationalen Konferenzen und den Dialog mit NGOs trägt die FSM dazu bei, globale Herausforderungen im Jugendmedienschutz gemeinsam anzugehen.
“As the Global Online Safety Regulators Network (GOSRN), we are all committed to ensuring a safer online space for children and young people. We are delighted that FSM is an observer member with GOSRN, contributing to this important aim.”
Niamh Hodnett, Online Safety Commissioner at Coimisiún na Meán, Ireland

Eine Auswahl der Netzwerke, in denen sich die FSM 2024 besonders engagiert hat
Die FSM ist Gründungsmitglied der International Association of Internet Hotlines (INHOPE). Über 50 Beschwerdestellen weltweit haben sich dem Kampf gegen Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs im Netz verschrieben. Dies gelingt durch die gezielte Weitergabe von Hinweisen auf Missbrauchsdarstellungen an Partnerorganisationen im jeweiligen Hostingland. So können die Partnerhotlines die schnelle Entfernung aus dem Internet gemeinsam anstoßen. Durch regelmäßige Austausche und Fortbildungen fördert das Netzwerk zudem die kontinuierliche Weiterentwicklung professioneller Standards innerhalb der Hotlines.
Als Grundlage der „Better Internet for Kids“-Strategie der EU bündelt das Netzwerk von Insafe und INHOPE die Arbeit der nationalen Safer Internet Centres in Europa. Es bietet eine wertvolle Plattform für Austausch und Diskussion zu aktuellen Themen des Jugendmedienschutzes und der Medienbildung. Die FSM bringt sich aktiv in diesen fachlichen Dialog ein – insbesondere zu medienpädagogischen Fragestellungen sowie zur Arbeit der Beschwerdestellen. Dies trägt zur kontinuierlichen Weiterentwicklung und europäischen Vernetzung eigener Maßnahmen bei.
GOSRN fördert die internationale Zusammenarbeit nationaler Regulierungsstellen im Bereich Online-Sicherheit. Ziel ist eine stärkere Harmonisierung von Rechtsvorschriften, um der Fragmentierung in diesem Bereich entgegenzuwirken. Die FSM ist als Beobachterorganisation vertreten und bringt sich regelmäßig aktiv in den fachlichen Austausch ein – etwa durch Beteiligung an Arbeitsgruppen. Dabei teilt sie nicht nur ihre praktischen Erfahrungen aus dem deutschen System der Regulierten Selbstregulierung, sondern erhält auch wertvolle Impulse für die eigene Arbeit.
“The commitment to thorough, evidence-based evaluation underscores the FSM’s vital role in voluntary self-regulation. Approval from such an expert-driven body demonstrates our capability to successfully navigate and meet the high standards of regulated markets.”
Julie Dawson, Chief Policy & Regulatory Officer at Yoti

Von Deutschland in die Welt
Ein wirksamer Jugendmedienschutz muss sowohl global vernetzt als auch fest in nationalen Strukturen verankert sein. Die FSM nimmt in diesem Spannungsfeld eine zentrale Rolle ein: Sie verbindet internationale Kooperation mit der Umsetzung deutscher Jugendschutzstandards – für Unternehmen aus Deutschland und weltweit.
Die FSM bringt sich aktiv in die Gestaltung internationaler Regulierungsansätze ein, zuletzt bezüglich der Leitlinien zum Jugendmedienschutz im Rahmen des Digital Services Act (Art. 28 DSA). In ihrer Stellungnahme zum EU Call for Evidence betont die FSM die Bedeutung praxisnaher, umsetzbarer Leitlinien und hebt die Rolle von anerkannten Selbstkontrollen bei der Implementierung europäischer Standards hervor. Sie plädiert für eine enge Einbindung der Expertise des deutschen Systems der Regulierten Selbstregulierung in den DSA-Prozess.
Viele FSM-Mitgliedsunternehmen agieren international. Trotz ihrer globalen Ausrichtung erkennen sie die Bedeutung nationaler Regulierungsmechanismen an. Die FSM unterstützt diese Unternehmen dabei, internationale Standards mit den Anforderungen des deutschen Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) in Einklang zu bringen. So wird sichergestellt, dass globale Dienste auch lokal verantwortungsvoll handeln.
Als anerkannte Selbstkontrolle nach dem JMStV fungiert die FSM als Schnittstelle zwischen internationalen Entwicklungen und nationaler Regulierung. Sie übersetzt globale Impulse in konkrete Maßnahmen und bietet Unternehmen Orientierung bei der Umsetzung von Jugendschutzmaßnahmen. Diese Rolle ist besonders wertvoll, da sie Flexibilität ermöglicht und gleichzeitig rechtliche Sicherheit bietet.

INTERNATIONAL VERNETZT: Ein Selfie geht in Sekunden um die Welt – auch der Schutz junger Menschen braucht globalen Dialog.